Das Kraftwerk Farge setzt konsequent auf Technologien, die helfen, die Umwelt wirksam zu entlasten. Seit den 1970er Jahren stehen viele bauliche Veränderungen ganz im Zeichen des Umweltschutzes und sorgen dafür, dass die Emissionen verringert werden konnten.
Die bekanntesten Emissionen bei der Kohleverbrennung sind Feinstaub, Schwefel und Stickstoffoxide.
Feinstaub wird durch Elektrofilter aufgefangen. Der in dem Rauchgas enthaltene Staub wird negativ aufgeladen, von den positiv geladenen Filtern angezogen und in regelmäßigen Abständen abgeschüttelt. Mehr als 99 Prozent des Staubes können so dem Rauchgas entzogen werden. Die übrigbleibende Asche ist heute ein hochwertiger Zusatzstoff für Beton in der Baustoffindustrie. Sie wird dem Zement beigemischt und erhöht damit die Festigkeit des Betons. 1999 wurde ein Saisonsilo für Asche gebaut, um die Bauindustrie unabhängig von den Jahreszeiten beliefern zu können. 2008 folgte eine Schiffsverladestation für die Flugasche. Ein bis zweimal im Monat werden Seeschiffe mit bis zu 5.000 Tonnen Flugasche beladen, die dann ihren Absatz in der Bauindustrie in den nordeuropäischen Ländern findet.
Mit der Flugasche als Zusatzstoff für Beton wurde 1986 das Fundament für die Rauchgasentschwefelungsanlage erstellt. In dem Wäscherturm der sogenannten REA wird das Rauchgas mit Wasser und einem Kalkstein-Mehl-Gemisch besprüht. In Verbindung mit Sauerstoff reagieren die im Rauchgas enthaltenen Schwefeldioxide zu Gips. Auch dieser wird in der Bauindustrie verwendet.
Anfang der 1990er Jahre ging es den Stickoxiden an den Kragen. Schon 1987 wurde die Kesselbefeuerung verändert. Durch das Herabsetzen der Temperatur im Feuerraum konnte bei der Verbrennung der Kohle die Entstehung von Stickoxiden halbiert werden. Mit dem Bau der Denox-Anlage 1991 wurde ein weiterer wichtiger Schritt unternommen. Hier verwandeln Katalysatoren die Stickoxide unter Zugabe von Ammoniak in umweltneutrales Wasser und Stickstoff. Stickstoff ist als natürlicher Bestandteil in der Luft und in der Kohle enthalten. Erst bei der Verbrennung verbindet er sich mit dem Luftsauerstoff zu Stickoxiden.
Das Kraftwerk gehört mit einem Wirkungsgrad von ca. 42,5 Prozent zu den effizientesten Anlagen Deutschlands bei gleichzeitig sehr geringen CO2-Emissionen.
1993 wurde im Farger Kraftwerk der Nachweis erbracht, dass Rückstandsschlamm aus Kläranlagen zusammen mit Kohle verbrannt werden kann. Mit der Inbetriebnahme der Klärschlammmitverbrennung 2001 wurde eine neue Möglichkeit geschaffen, die Ressource Steinkohle zu schonen. Heute werden die Reststoffe aus der benachbarten Farger Kläranlage unterirdisch zum Kraftwerk gepumpt, getrocknet und im Kohlekessel umweltfreundlich mitverbrannt.