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Steinkohlekraftwerk Farge bei Bremen Ein Standort mit Tradition

Am äußersten Zipfel des Landes Bremen erhebt sich das Kraftwerk Farge in den Himmel. Bereits in den 1920er Jahren wurde am Ufer der Weser ein Kraftwerksblock errichtet. Im Laufe der Zeit wurde die Leistung stetig ausgebaut. Heute befindet sich hier ein Block mit 350 Megawatt Nettoleistung und einem Wirkungsgrad von ca. 42,5 Prozent. Das Kraftwerk gehört damit zu Steinkohle-Kraftwerken mit dem höchsten Wirkungsgrad Deutschlands und somit der geringsten CO2-Emission.

Das Kraftwerk Farge ist ein Steinkohlekraftwerk. Auf dem Wasserweg aus Nordenham erreicht die Importkohle das Kraftwerk über die eigene Schiffsentladeanlage. Im Kraftwerk sind alle Verstromungsprozesse so konzipiert, dass fast alle Reststoffe wiederverwertet werden.

1993 wurde im Farger Kraftwerk der Nachweis erbracht, dass Rückstandsschlamm aus Kläranlagen zusammen mit Kohle verbrannt werden kann. Mit der Inbetriebnahme der Klärschlammmitverbrennung 2001 wurde eine neue Möglichkeit geschaffen, die Ressource Steinkohle zu schonen. Heute werden die Reststoffe aus der benachbarten Farger Kläranlage unterirdisch zum Kraftwerk gepumpt, getrocknet und im Kohlekessel umweltfreundlich mitverbrannt.

Strom muss immer zeitgleich mit dem aktuellen Bedarf produziert werden. Das Kraftwerk Farge arbeitet im sogenannten Grundlast- und Mittellastbereich. Es wird dem wechselnden Strombedarf flexibel eingesetzt. Das sind im Jahr rund 6.500 Stunden. Mit 350 MW Nettoleistung kann somit jährlich mehr als 2,2 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert werden. Das entspricht der Versorgung von rund 550.000 Vier-Personenhaushalten oder 2,2 Millionen Menschen.